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Zwei Schritte vor, einer zurück? Mobil entwickeln

Bei dem heutigen Beitrag handelt sich um einen Gastbeitrag von Stephan Elter. Seine Seite „Punktuelles im Web“ ist vielen von euch sicher bekannt. Wer ebenfalls Lust verspürt einen Gastbeitrag zu verfassen, darf mich auf einem der vielen Wegen kontaktieren.

Entwicklung von PHP und Webseiten mit „Codeanywhere“ im Browser und als App.

Immer mehr Dienste drängen auf den Markt die versuchen das Arbeiten „in der Cloud“ schmackhaft zu machen. Oft stellt sich dabei die Frage welche Vorteile es haben soll bisher lokal ausgeführte Arbeiten von dem eigenen Rechner weg zu verlagern: Weg von mächtigen, lokalen Anwendungen hin zu Browseranwendungen oder sogar Apps auf einem Smartphone?
Nur ein „hey, wir arbeiten jetzt auch in der Cloud“ kann jedenfalls nicht Argument genug sein.

Ein relativ neuer Name in diesem Feld ist „codeanywhere.com„. Dabei handelt es sich aber um keinen Unbekannten, sondern den Anbieter von „phpanywhere.com“ – einem Online-Editor für PHP der via FTP auf bestehende Webspaces zugreifen kann (Norbert 27.08.2015: phpanywhere heißt inzwischen codeanywhere – Link wurde daher angepasst) .
Codeanywhere ist der Nachfolger, der sich bewußt nicht nur auf PHP beschränken möchte. Nach einer Registrierung kann man eigene FTP-Zugänge wie in einem FTP-Programm dauerhaft speichern. In einer Explorer-ähnlichen Ansicht werden die Dateien präsentiert, die kopiert, verschoben, umbenannt oder in ihren Rechten geändert werden können. Textdateien, also auch PHP-Dateien, können in einem einfachen Editor im Browser geöffnet und bearbeitet werden.
CSS-Dateien werden in einer speziellen Ansicht geöffnet und recht komfortabel mit allen möglichen vorgegebenen Optionen dargestellt, eindeutig eines der Highlights von Codeanywhere.

Der Editor bietet neben Zeilennumerierung auch Syntax-Highlightning, Zeileneinrückung und mehrfaches Undo. Das reicht nicht an das heran was Netbeans oder Eclipse können, ist aber wesentlich mehr als einfache Editoren wie Notepad bieten und ist für viele Arbeiten bereits ausreichend.

Die auf einem Android-Smartphone getestete App bietet naturgemäß weniger Komfort, aber sogar ein Upload von Dateien, beispielsweise Bildern funktioniert problemlos. Ein Feature, das für die Webversion erst für die nächste Zeit angekündigt ist.

Where’s the beef?

Welchen Sinn kann ein Online-Editor in einem Browser oder eine App für Android oder IPhone machen, wenn man lokal mit Netbeans, Eclipse oder einer anderen IDE arbeiten kann? Programmierung im 10-Finger-System auf einem Smartphone? Macht das wirklich Spaß?

Zum einen arbeitet nicht jeder (ständig) mit einer mächtigen Entwicklungsumgebung, es geht aber auch nicht um eine Ausschließlichkeit, sondern um eine mögliche Ergänzung.
Codeanywhere bietet die Möglichkeit mit einem zentralen Login mehrere Webspaces zu verwalten auf die man lokal oder mobil mit verschiedenen Geräten, PC, Laptop oder Smartphone zugreifen kann.
Bereits mit der Weboberfläche arbeitet man recht komfortabel und mit einer App können zumindest rudimentäre Arbeiten durchführt werden. Ein Smartphone ist eben naturgemäß etwas eingeschränkt.

Ein entscheidender Vorteil ist neben der Mobilität der Zugriff über den Browser. Selbst wenn die Installation von Software auf einem Rechner eingeschränkt sein sollte, ist so ein Arbeiten über den Browser möglich.

Ein weiterer Vorteil von Codeanywhere ist aber die Tatsache, dass alle Zugriffe über http zu Servern von Codeanywhere laufen und die Kommunikation über FTP von dort aus erfolgt. Ist in einem Netzwerk also der Zugriff via FTP beschränkt oder verboten, kann man dennoch ohne Einschränkungen lustig (oder gar nicht so lustig) weiter programmieren.

Fazit
Codeanywhere ist ein interessanter Dienst für Programmierer, der aktiv weiterentwickelt wird und noch viel Potential bieten kann. Verschweigen darf man nicht, dass codeanywhere in der kostenfreien Variante einige Einschränkungen hat (maximal 3 FTP-Zugänge, Beschränkung der monatlichen Datenübertragung). Auch sollte man regelmäßig speichern. Bei den Tests kam es offenbar in seltenen Fällen zu einem Timeout. Auch können Umlaute in Dateien, die nicht UTF8 kodiert sind, dazu führen, dass diese Dateien erst gar nicht dargestellt werden – die Entwickler von codeanywhere wissen aber schon bescheid.
Ob und was man unbedingt mobil entwickeln möchte , kann jeder nur für sich selbst entscheiden, Codeanywhere ist aber auf jeden Fall einen Versuch wert.

6 Kommentare

  1. Das eclipse Orion Projekt sollte auch noch erwähnt werden (Es versucht die eclipse IDE in den Browser zu bringen)

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  2. Möchtet ihr euer (S)FTP-Passwort, mit dem Dateien geschrieben werden dürfen, aus der Hand geben?

    Sinnvoll fände ich solch ein Tool, wenn man die Dateien dort entwickelt und bei Bedarf synchronisieren kann.

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  3. @PHPGangsta
    Getestet wurde die kostenfreie Variante. Die kostenpflichtigen Varianten bieten https.

    @Theodor
    Natürlich muss man sich überlegen ob die eigenen Anforderungen an die Sicherheit erfüllt werden.

    Grundsätzlich muss man natürlich bei jeder Cloud-basierten Lösung für ernsthafte Anwendungsfälle immer prüfen ob Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit gegeben/ ausreichend sind.

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