Zum Inhalt springen

Das Kano-Modell

Bevor man als Entwickler tätig wird, muss man sich überlegen welche Features bei einem Produkt für den Benutzer interessant sind. Um diese Anforderungen zu erkennen gibt es das Kano-Modell.

Das Kano-Modell hat seinen Namen durch Dr. Noriaki Kano, der aus der Analyse von Kundenwünschen ableitete, dass Kundenanforderungen von verschiedener Art sind. Diese Anforderungen beeinflussen das Qualitätsempfinden und die Zufriedenheit der Anwender. Das Kano-Modell wird üblicherweise während der Produktplanung genutzt und erlaubt es ein Produkt zu planen, das im Hinblick auf verschiedene Merkmalsalternativen möglichst optimal ist.

Normalerweise sind die Vorstellungen eines Kunden eher unstrukturiert und vor allem unvollständig. Wenn man ein Vorgehensmodell nutzt, dass die Vorstellungen systematisch plant und strukturiert, werden Kundenanforderungen gefunden, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen.

Die Anforderungen werden in verschiedene Kategorien sortiert.
eindimensional: Features die die Akzeptanz des Benutzers positiv beeinflußen, deren Nicht-Vorhandensein dann aber auch negativ aufgefasst werden. Performance einer Anwendung kann man hier einordnen.
obligatorisch: Wenn das Nicht-Vorhandensein eines Features den Benutzer unzufrieden macht, das Vorhandensein die Zufriedenheit aber nicht beeinflusst, so ist das Feature obligatorisch. Als Beispiel sei hier die Sicherheit erwähnt.
attraktiv: Ein Feature, das auf den Benutzer positiv wirkt, dessen Nicht-Vorhandensein dagegen als neutral oder als wenig negativ angesehen wird. Ein Beispiel ist vielleicht die Möglichkeit eine Anwendung mit einem mobilen Endgerät zu nutzen, obwohl sie nicht augenscheinlich dafür gedacht ist.

Wie man die Features in diese Kategorien einordnet ist dann die spannende Frage. Hierfür wird ein spezieller Fragebogen benutzt, der durch seinen Aufbau die Informationen für die Zuordnung liefert.

In diesem Fragebogen werden alle Features in 2 Varianten abgefragt. Einmal funktional und einmal dysfunktional. Die Antworten sind in 5 Stufen gestaffelt und in beiden Fällen gleich. Beispielsweise fragt man funktional: „Wie würden sie sich fühlen, wenn das Produkt das Feature X hat“, dysfunktional heißt die Frage: „Wie würden sie sich fühlen, wenn das Produkt das Feature X nicht hat“. Die vordefinierten Antworten sind in etwa „Das finde ich sehr gut“ (5), „Das ist okay“ (4), „mir egal“ (3), „damit kann ich leben“ (2), „das mag ich nicht“ (1).

Die Auswertung des Fragebogen erfolgt über eine spezielle Matrix, die wie folgt aufgebaut ist:

Anforderung Dysfunktional
5 4 3 2 1
Funktional 5 F A A A E
4 G N N N O
3 G N N N O
2 G N N N O
1 G G G G F

A: Attraktiv
O: Obligatorisch
E: Eindimensional
N: Neutral
F: Fragwürdig
G: Gegenteilig

Beim Auswerten der Antworten entsteht so über die Anzahl der befragten Teilnehmer eine Statistik. Man sieht wie häufig ein Feature X ein A, O, E, N, F und G erhalten hat. Die Einordnung geschieht dann über den Wert, der am häufigsten ausgewählt wurde. Eine solche Liste könnte so aussehen:

Anforderung A O E G F N Total Einordnung
Feature 1 9 1 4 2 0 14 30 N
Feature 2 17 0 3 2 3 5 30 A
Feature 3 8 1 21 0 0 0 30 E

Die Anforderungen werden nun sortiert (O > E > A > N) und anhand dieser Informationen priorisiert.

Wenn befragt man, um an diese Daten zu kommen. Hierfür gibt es mehrere Varianten. Einerseits kann man Personen befragen, die einen guten Einblick in die Welt der Benutzer haben. Alternativ kann man auch eine Umfrage unter den Benutzern starten.

Published inAllgemein

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close